[Reise] Valencia – Ein Tag, zwei Erlebnisberichte

Nach dem doch recht entspannten ersten Seetagen und der langen Liegezeit in Lissabon ging es zum Ende unserer Reise nun Schlag auf Schlag. Gestern noch in Cartagena, wachten wir heute bei strahlendem Sonnenschein im schönen Valencia auf. Die Erwartungen waren hoch, denn ein Kollege schwärmt sehr von der Stadt. Und um es vorweg zu nehmen, die Erwartungen wurden erfüllt. Doch vom Anfang…

Der erste Weg führte natürlich an Deck um das Wetter zu prüfen. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein erwartete uns.

Also schnell frühstücken und anschließend den Tag genießen. Das Frühstück fiel wie immer üppig aus und wir stärkten uns für unsere Vorhaben. Denn heute verbrachten wir den Tag getrennt. Während die frische Prinzessin mit Chantal und Stefan das L’Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas, besuchen wollte, hatte ich am Nachmittag zuvor spontan eine weitere Radtour gebucht. So trennten sich unsere Wege auch kurz nach dem Frühstück. Sie traf sich mit den beiden und ich dackelte die Treppen runter auf Deck 3 zum Treff- Startpunkt für die Radtour.

Die Tour vom gÖTTERGATTEN

Nach dem der große Ansturm an Ausflugswilligen das Schiff, bzw. das Terminal verlassen hatte, bekamen wir unsere Räder und verließen erstmal das Hafengelände für die Sicherheitseinweisung. Diesmal gab es sogar drei Gruppen. Zwei Fahrradgruppen und eine E-Bikegruppe.

Nach der Einweisung teilten wir uns ein wenig auf. Unser Guide Christian radelte mit uns ein Stück am Hafenbecken entlang und gab uns ein paar grundlegende Infos zu Stadt und ihrer Geschichte. Auf die Frage nach einem Freiwilligen für den Schlussmann meldete ich mich und radelte wieder fröhlich hinter der Gruppe hinterher. Der erste Stopp war eine kleine Fußgängerbrücke über dem alten Flussbett des Turia. Von dort hatten wir einen guten Blick auf die Ciudad de las Artes y las Ciencias, oder zu Deutsch die Stadt der Künste und der Wissenschaften, mit seinen futuristischen Bauten.

Anschließend radelten wir am L’Oceanogràfic vorbei zum L’Hemisfèric, einem 3D Kino mitten in dem Gebäudekomplex. Natürlich haben wir uns bei dem Bombenwetter keinen Film im Kino angeschaut, sondern einen Fotostopp eingelegt und diesen fleißig genutzt. Wer ein bisschen Fantasie sein Eigen nennt, erkennt in diesem Kino das Auge, das es darstellen soll.

Von diesem Fotostopp aus ging es ein paar Kilometer durch die weitläufige Parkanlage in dem trockengelegten Flussbett bis wir diesen verließen und in Richtung der Estación del Norte, also dem Nordbahnhof, fuhren. Dieser Bahnhof liegt witzigerweise im Süden der Innenstadt. Gleich neben dem großen Kopfbahnhof befindet sich auch die große Arena, in der die Spanier regelmäßig ihrem sehr umstrittenen Hobby, dem Stierkampf, nachgehen. Hier hielten wir uns aber gar nicht lange auf und setzten unsere Tour schnell in Richtung Mercat Central (Markthalle) und der Lonja de la Seda (Seidenbörse) fort. Dort hatten wir somit etwas mehr Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause. Diese nutze ich um einige der umstehenden historischen Gebäude genauer zu fotografieren und durch die Markthalle zu schlendern. Da für eine Radtour ein schweres Mittagessen nicht geeignet ist, habe ich mir in der Markthalle zwei große Becher mit frischem Obst und einen frischen Orangensaft gekauft. Damit habe ich mich dann vor der Markthalle in die Sonne gesetzt und mir diese auf den Pelz brezeln lassen.

Von der Mercat Central ging es durch die engen Gassen der Altstadt Valencias zur Kathedrale. Nach einer Ehrenrunde über den Plaza de la Virgen hielten wir kurz vor der Kathedrale, zu der Christian noch ein paar Informationen loswerden wollte.
Anschließend fuhren wir über das alte Flussbett des Turia in den Park um das Naturkundemuseum herum und danach weiter zum Campo de Mestalla, dem Heimatstadions des FC Valencia. Hier bekamen wir noch zwei Theorien zu hören, wie es dazu kam, dass im Wappen der Stadt Valencia eine Fledermaus zu finden ist. Beide „Sagen“ sind recht haarsträubend, denn wer glaubt schon, dass sich eine Fledermaus in eine Trommel verirrt und durch das Hin- und Hergeflatter einen Angriff auf die schlafenden Gegner verursacht, der zu einem triumphalen Sieg führt? Oder dass eine Fledermaus einen Feldherrn rettet, in dem sie zuuufällig in die Flugbahn eines geworfenen Speeres fliegt und somit verhindert, dass der Feldheer aufgespießt wird wie ein Spanferkel? Auf jeden Fall sorgten beide Geschichten für heiteres Lachen auf den Gesichtern aller Teilnehmer der Radtour.

Vom Fußballstadion aus schlängelten wir uns durch die, nach Christians Aussage, etwas weniger beliebten Viertel Valencias in Richtung Osten direkt zum Strand. Dort fuhren wir ein Stück die Promenade entlang bevor wir am südlichen Ende der Promenade des Playa del Cabanyal noch eine letzte Pause einlegten. Hier hatten wir die Möglichkeit noch ein wenig am Strand zu liegen oder den Surfern zu zusehen, bevor wir letztlich entlang eines Teils der Formel 1 Strecke entlang zurück zur Aida radelten.

Zurück an Bord stellte ich fest, dass die Prinzessin immer noch nicht von ihrem Ausflug zurück war. Also duschte ich schnell und suchte mir dann eines der wenigen freien Plätzchen an Deck und genoss die Sonne am späten Nachmittag.

Während ich so in der Sonne saß, beobachtete ich wie ein paar Gäste zusammen mit einer der Gastgeberinnen an Bord das Volleyballnetz aufbauten. Kurzentschlossen flitzte ich auf die Kabine zurück und zog mir meine Sportsachen nochmal an, um noch eine Runde mitzuspielen. Auf der Kabine rannte ich dann, meiner inzwischen auch wieder an Bord eingetroffenen Frau, in die Arme.

Während ich einen Schmetterball nach dem anderen in glorreiche Punkte verwandelte, na gut, das war vielleicht ein wenig übertrieben, es waren nicht alles Schmetterbälle, gönnte sich meine Frau einen Latte Macchiato und genoss ihrerseits die Aussicht auf die Stadt vom Heck des Schiffes aus.

Frische Prinzessin fast allein unterwegs

Ich hatte keine Lust auf noch eine Radtour, deshalb ließ ich den gÖTTERGATTEN alleine losziehen. Einen Abend zuvor haben mir Chantal und Stefan angeboten sie auf ihrer Tour in Eigenregie zu begleiten. Da schloss ich mich doch gerne an. Ich war also nicht ganz allein. Wir trafen uns gegen neun im Treppenhaus auf Deck Acht und verließen gemeinsam das Schiff. Wir liefen zur nahegelegenen Bushaltestelle. Chantal hat sich wirklich sehr gut informiert. Wir hätte auch einen Shuttle nehmen können, der uns jedoch in die Stadt gebracht hätte, was gar nicht unser primäres Ziel war und bei weitem teurer gewesen wäre. Wir wollten ins L’Oceanogràfic, ein Ozeaneum. Auch wenn wir zuerst auf dem Fahrplan nicht ganz durchsahen, sind wir doch in den richtigen Bus gestiegen und waren innerhalb kürzester Zeit schon am Zielort. Das Ozeaneum öffnete um 10:00Uhr, wir waren 9:40Uhr da und die Schlange war mit etwa Acht Personen vor uns noch sehr überschaubar. Die Tickets hatten wir deshalb schnell in den Händen, hinter uns wurde die Schlange immer länger.

Das Areal ist sehr gut gepflegt und mit Hilfe einer Karte gut zu bewältigen. Ab und an wussten wir nicht wo genau wir uns befanden, aber wir haben alles irgendwie gefunden. Wir begannen unsere Tour bei den Haien. Wir liefen unterirdisch das gigantische Aquarium entlang. Genial waren die riesigen Glastunnel. Haie, viele verschiedene Fischarten, Rochen schwammen neben und über uns. Auch Taucher arbeiteten gerade im Aquarium und lockerten den Boden. Zumindest glaubten wir, dass sie das machten.

Nach Krokodilen und Schildkröten nahmen wir an einer Führung im Feuchtgebiet-Gehege teil. Wir konnten den Erzählungen nicht ganz folgen, denn wir verstanden kein Wort. Aber in das Gehege kam man nur in einer kleineren Gruppe rein, zum Schutz der Tiere. So waren wir den Vogelarten sehr nahe und konnten uns in Ruhe, ohne Gedränge umschauen. Schon allein diese leuchtend-roten Scharlachsichler waren es wert die kurze Wartezeit in Kauf zu nehmen.

Weiter ging es in das tropischen Aquarium,welches voll war mit bunten Fischen, Korallen und riesen Quallen. Beeindruckend.

Nach einer kurzen Eispause bemerkten wir, dass gleich die Delfinshow starten sollte. Wir machten uns gleich auf ins Delfinarium. Die Delfine lieferten eine tolle Show ab.

Wir beedeten so langsam unsere Runde. Nach einem kurzen Abstecher zu den Pinguinen (die wir nicht gesehen haben) und den Walrossen, nutzen wir im gigantischen, aber zu der Uhrzeit noch nicht geöffneten Submarienrestaurant die Toiletten. Das Restaurant befindet sich im Untergescheschoss und ist von einem Aquarium umgeben. Sehr beeindruckend, aber leider stank es auch etwas unangenehm dort unten. Ich weiß nicht recht ob ich mich bei dem Gestank beim Essen wohlfühlen würde.

Nach unserem Besuch des L’Oceanogràfic schenderten wir durch die Stadt der Künste und Wissenschaft. Dieser Gebäude- und Parkkomplex besticht durch beeindruckende, moderne Gebäude und künstlich angelegte Wasserstellen. Der Komplex beherbergt u.a. ein 3D-Kino, ein Wissenschaftsmuseum, die Oper, eine Konzerthalle sowie eine Schrägseilbrücke, deren Pylon den höchsten Punkt der Stadt bildet (Quelle Wikipedia)

Mit dem Bus fuhren wir Nahe des Torre de Sarranos und bummelten ein bisschen durch die Altstadt. Wir suchten uns etwas zu essen und konnten dann nicht auf ein Eis in Rosenform verzichten.

Wir liefen durch die kleinen Gassen und bestaunten imposante Gebäude. Wir kamen an kleinen Plätzen vobei. Wir suchten einige Caches, denn Chantal und Stefan sind goße Geocacher. Vom Plaça de la Reina aus bestiegen wir den Bus zurück zum Schiff.

Am Schiff angekommen trennten sich unsere Wege erstmal wieder. Auf der Kabine lief ich dem gÖTTERGATTEN über den Weg. Er machte sich gerade fertig für Volleyball auf dem Sportdeck. Dort ging ich auch hin, genehmigte mir einen Latte Macchiato, setzte mich ans Heck und genoss die Aussicht auf Valencia.

Abendprogramm

Zum Abendessen trafen wir uns mit Chantal und Stefan im Marktrestaurant. Es war etwas schwierig, aber wir fanden doch noch ein Plätzchen Nahe der Fenster. So konnten wir das Abendessen mit Blick auf den Sonnenuntergang genießen. Danach schauten wir uns allein die AIDAstars und ihre ABBA-Show an. Spektakulär.

Am Abend fand in der AIDA-Bar das Crew meets Band statt, da trafen wir uns mit Chantal und Stefan auf einen Drink und lauschten den Crewmitgliedern, die hier ihr musikalische Können unter Beweis stellten. Und das machten sie richtig gut. Lange hielten wir aber nicht mehr durch. Wir machten uns auf der Kabine Bettfertig und freuten uns auf den nächsten, leider letzten Tag unserer Reise.

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